Taus-Gymnasium: Gewaltfreie Kommunikation

Workshop des Fördervereins am Gymnasium in der Taus

Wolf und Giraffe begegnen sich

Ein Seminar, das von Müttern, Vätern, SchülerInnen,  Lehrkräften und Schulleiter besucht wird, kann das taugen? Ja, es taugte, das Seminar über „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Marshall Rosenberg, das kürzlich am Gymnasium in der Taus dank des dortigen Fördervereins, dank des Engagements von Meike und Bertram Ribbeck und dank der Bürgerstiftung Backnang stattfinden konnte.

„Gewaltfreie Kommunikation“ (GFK), was ist das denn? Der Seminarleiter, David Ginati aus Bremen, Wirtschaftspsychologe, der viele Erfahrungswerte im Bereich der internationalen Konfliktlösung und Mediation mitbrachte, so beispielsweise im Bereich der Friedensarbeit im Nahen Osten, machte deutlich, wie wichtig gelungene Kommunikation sei, natürlich auch in der Schule. Die GFK biete Methoden, um die Fähigkeit zu entwickeln, empathisch dem anderen zuzuhören, direkt zu kommunizieren, die eigenen Gefühle zu benennen, auch die eigene Wut, dem anderen keine Vorwürfe zu machen, sondern ihm stattdessen wertschätzend und mit Respekt zu begegnen. 

Die Methode der GFK entwickelte einst der US-amerikanische Psychologe Marshall Rosenberg (gestorben 2015). Von jüdischer Herkunft hatte er als junger Mensch selbst massive Diskriminierung erlebt, aber auch massiv Gewalt angewendet. Durch das Studium der Psychologie und durch  seine berufliche Tätigkeit im therapeutischen Bereich entwickelte er das Kommunikationsmodell der GFK. Rosenberg arbeitete mit Handpuppen, einem Wolf und einer Giraffe. Die „Wolfssprache“ hat dabei etwas Destruktives, Abwertendes und neigt dazu, Schuld zuzuweisen, will immer Recht haben, erfuhren die TeilnehmerInnen am Seminar. Die „Giraffensprache“ ist die der Wertschätzung, der Empathie und die des genauen Zuhörens. Rosenberg wählte deswegen die Giraffe, da sie den größten Überblick hat und das größte Herz der Landsäugetiere.

Aber wie kann diese „Giraffensprache“ nun konkret in Schule, Beruf und im Privaten praktiziert werden? Lebt nicht gerade die Schule von der Bewertung? Ginati machte deutlich, wie wichtig es sei, Person und Verhalten beispielsweise bei Konflikten voneinander zu trennen. In der Aggression und der Wut eines Menschen zeige sich  beispielsweise ein unerfüllter Wunsch des Menschen, der meine, auf diese Art und Weise die eigenen Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Je größer die Gewalt eines Menschen, desto größer sei die Not dieses Menschen, meinte Ginati. Man solle sich bewusst sein, dass der andere Mensch der Auslöser, aber nicht die Ursache der eigenen Gefühle sei. Es gelte, Emotionen zuzulassen, aber nicht am anderen auszulassen. Ziel des Workshops war also, diese einfühlsame Haltung der GFK  kennenzulernen, um so zu kommunizieren, dass Dinge konstruktiv geklärt werden können, deeskalierend, achtsam, wertschätzend, authentisch und die Kraft der Emotionen zu integrieren. Der Workshop bestand aus theoretischen Inputs sowie praktischen Übungen. Gearbeitet wurde anhand realer Situationen, sodass neue Handlungsalternativen entwickelt werden konnten.  Mit dem Wolf nicht mehr zu tanzen, sondern sich mit der „Giraffensprache“ anzufreunden, dies konnten die TeilnehmerInnen am Seminar über GFK am Gymnasium in der Taus gut lernen.


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